Bwoom-Japan
Galerie für traditionelle Kunst aus Japan 
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Redaktioneller, privater Inhalt:

Der Hainbuchen-Bonsai
(Carpinus betulus), auch Hagebuche, Weissbuche, Hornbaum

Steckbrief der Hainbuche:

Die Hainbuche ist ein in Deutschland und weiten Teilen Europas einheimischer sommergrüner Baum mit Wuchshöhen variabel von wenigen Metern bis etwas über 20 Metern wobei nach der Herbstfärbung das Laub über Winter grösstenteils am Baum verbleibt und erst zum Austrieb abgeworfen wird. Die Hainbuche gehört eigentlich zu den Birkengewächsen, der Name „Buche“ ist somit irreführend und es bestehen tatsächlich einige Unterschiede hierzu Das Laub der Hainbuche ist zweifach gezahnt und weniger glänzend, der Stamm neigt stärker zur Stammrückigkeit sowie zu Drehwuchs, allgemein zeigt sich die Hainbuche schnittverträglicher und wüchsiger auch weil, gegenüber der Buche, nahezu gleichmässiger Zuwachs über die gesamte Vegetationszeit zu beobachten ist. Die heimische Hainbuche kann ein Alter von bis zu 150 Jahren erreichen.

Neben der heimischen Art Carpinus betulus werden in der Bonsaikultivierung gerne auch die überwiegend in Südosteuropa und der Türkei heimische orientalische Hainbuche (Carpinus orientalis) sowie die in Japan favorisierte koreanische Variante (Carpinus turczaninovii) verwendet. Beide „exotische“ Formen haben allerdings, besonders als jüngere Pflanzen, eine etwas niedrigere Frosttoleranz. Besonders die Art Carpinus orientalis ist in den letzten Jahren in Europa sehr in den Bonsai-Fokus gerückt da es hierzu gelegentlich möglich ist an herausragendes, charakterstarkes Rohmaterial aus Kroatien zu gelangen; diese Wildformen, oft durch Viehverbiss über Jahrzehnte entstanden, erfreuen sich großer Beliebtheit.

Die Hainbuche zur Kultivierung als Bonsai:

Standort: Die Hainbuche ist recht variabel bezogen auf den Standort als Bonsai, sie kommt sowohl mit sonnigen als auch halbschattigen Standorten gut zurecht. In sehr heißen Sommern ist ein eher schattiger Standort ausreichend, was die Gießarbeit erleichtert.

Überwinterung: Die heimische Hainbuche Carpinus orientalis zeigt sich bei mir im Garten in der Schale gut winterhart, die Bäume werden lediglich im Herbst an einem geschützten Standort auf die Erde gestellt, die auswärtige Arten (z.B. Carpinus orientalis, Carpinus turczaninowii) sind jedoch eher im Kalthaus aufzustellen wobei Fröste von unter -10° C, insbesondere im Wurzelbereich vermieden werden sollten.

Substrat: Als Substrat bietet sich ein mineralisches Gemisch aus z. B. Lavagranulat und Akadama an, die Hainbuche mag gerne lehmhaltiges Substrat das zusätzlich mit etwas humosem Substrat, z. B. Torfersatz versetzt sein darf.

Die Hainbuche sollte im Frühling, sobald die Knospen leicht anschwellen, also kurz vor Austrieb, getopft werden und anschliessend keinen Frösten und ebenso nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden.

Düngung: Geeignet sind durchaus -unter Verwendung von überwiegend mineralischem Substrat- alle gängigen organischen Bonsaidünger, ebenso organische Volldünger aus dem Gartenfachhandel, wobei die Bedarfsmenge, gemäss der Wüchsigkeit dieser Art, als relativ hoch zu bezeichnen ist.

Wässern: Die Hainbuche kann gerne kräftig und regelmässig gewässert werden, der Wasserbedarf ist während der Vegetationsphase recht hoch, dabei wird sowohl weiches Regenwasser als auch knapp mittelhartes Leitungswasser gut vertragen.

Schädlinge / Krankheiten: Es sind bei mir noch nie Krankheiten oder Ungezieferbefall an Hainbuchen aufgetreten, ich kann hierzu keine praktischen Hinweise geben, außer dem Hinweis auf die Robustheit dieser Art. Gelegentlich kann bei geschwächten Pflanzen Mehltau auftreten, dies ist aber eher selten und bei mir noch nicht vorgekommen.

Gestaltung: Die Gestaltung durch drahten und biegen ist nicht immer ganz einfach da die Hainbuche sehr zähes Holz hat, es ist daher besser möglichst nur durch Schnitttechniken oder mittels Spanndrähten zu formen wobei jüngeres Material hier noch einige Spielräume zeigt. Die Hainbuche entwickelt in jungen Jahren noch nicht ihre Charakterstärke, besonders bezogen auf die Stammrückigkeit (als Stammrückigkeit bezeichnet man längs des Stammes verlaufende Wülste die der Hainbuche eine starke Ausdruckskraft verleihen), dies ist meist erst bei älteren Exemplaren, etwa ab 20 Jahren zu erwarten. Diese besondere Eigenschaft kann bei alten Yamadoris ein geradezu „märchenhaftes“ Aussehen hervorrufen. Die Hainbuche zeigt eine recht gute Wundheilung, bei sehr großen Schnittstellen findet aber oft keine vollständige Überwallung bzw. Wundholzbildung statt, dies ist aber kein Makel, denn die innerhalb des Kallus offen liegenden Holzbereiche nehmen bald die Färbung der Rinde an und sind dann recht unauffällig, zudem kann es im weiteren Reifungsprozess zu Höhlungen kommen die dann zusätzlich den knorrigen Charakter dieser attraktiven Art unterstreichen.

Prädikat: Die robuste Hainbuche gehört zu den besonders gut für Bonsaizwecke geeigneten Arten in Deutschland und Mitteleuropa, diese Art zeigt sich geradezu optimal schnittverträglich und treibt hernach an allen möglichen Stellen willig neu aus. Die Biegefähigkeit und damit die Gestaltbarkeit ist zwar durch die Zähigkeit des Holzes etwas erschwert, wird aber durch das hohe Regenerationsvermögen wieder wett gemacht was auch die Gestaltung durch starke Rückschnitte, auch an altem Yamadori-Material ermöglicht.

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