Bwoom-Japan
Galerie für traditionelle Kunst aus Japan 
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Redaktioneller, privater Inhalt:

Die japanische Lärche als Bonsai
(Larix kaempferi):

Steckbrief der japanischen Lärche:

Die ursprünglich von der japanischen Hauptinsel Honshu stammende Art zeigt einen meist streng aufrechten Wuchs und unterscheidet sich von der europäischen Lärche durch einen weiter ausladenderen Habitus der durch die eher horizontal wachsenden, nicht tief durchhängenden Äste mit ebenso waagerecht abstehenden Zweigen aufgelockert wird, zudem wirkt die Benadelung dichter und es besteht -in warmen Lagen- ein deutlich grösserer Zuwachs gegenüber der europäischen Lärche. All diese Gründe haben zur Beliebtheit der japanischen Lärche auch hierzulande als verbreitete Forstpflanze in wärmeren Lagen des Tieflandes sowie in begünstigten Berglagen beigetragen. Die Lebenserwartung ist allerdings eingeschränkter gegenüber der heimischen Art, man geht hier von etwa 250 Jahren aus.
Die japanische Lärche ist, wie die heimische Art, laubabwerfend und kann ebenso durch eine besonders attraktive Herbstlaubfärbung brillieren, was die Attraktivität zur Bonsaikultivierung zusätzlich erhöht.
Die japanische Lärche hybridisiert gerne mit der europäischen Art, woraus die sehr starkwüchsige Naturhybride Larix x-eurolepis hervorgeht, auch diese Form soll für Bonsai geeignet sein, hierzu liegen mir aber bislang keine praktischen Erfahrungswerte vor.

Die japanische Lärche zur Kultivierung als Bonsai:

Standort: Die japanische Lärche bevorzugt einen sehr hellen, möglichst sonnigen Standort ganzjährig im Freien. Die Lärche ist relativ gut winterhart, in der Anzucht- oder Bonsaischale stehende Bäume können erfahrungsgemäss an einem hellen, jedoch windgeschützten Platz, direkt auf dem Boden im Garten aufgestellt werden, auf diese Weise haben bei mir alle japanischen Lärchen sogar klaglos den Frostangriff von knapp -20°C im Februar 2021 überstanden.

Substrat: Als Substrat bietet sich ein mineralisches Gemisch aus Bimskies und Akadama an, ein leichter humoser Zuschlag ist möglich, aber nicht unbedingt erforderlich, wichtig ist jedoch eine gute Drainage am Schalenboden da hier mit der Zeit die Wurzeln ein sehr dichtes Geflecht bilden können das dann zur Vernässung neigt. Aus diesem Grund empfiehlt sich ein nicht zu langer Umtopfzyklus, erfahrungsgemäss sollten Lärchen nicht wesentlich länger als 4 Jahre ohne Umtopfen kultiviert werden.

Düngung: Es eignen sich durchaus -unter Verwendung von überwiegend
mineralischem Substrat- praktisch alle gängigen organischen Bonsaidünger, ebenso
preiswerte organische Volldünger aus dem Gartenfachhandel, wobei die Bedarfsmenge eher als mittelmäßig zu bezeichnen ist, die Lärche ist nicht starkzehrend.

Wässern: Die japanische Lärche hat einen mittleren Wasserbedarf, solte aber niemals ganz austrocknen, ebenso ist Ballentrockenheit zu vermeiden, diese Art bevorzugt etwas Luftfeuchte, sehr lufttrockene Standorte sind nicht optimal.

Schädlinge / Krankheiten: Es sind bei mir noch nie ernsthafte Krankheiten aufgetreten, lediglich gelegentlicher partieller Wolläusebefall, der behandelt oder auch unbehandelt, keine nachhaltigen Schäden hervorruft, ich kann hierzu ansonsten keine praktischen Hinweise geben, diese Art zeigt sich bislang sehr robust.

Gestaltung: Die Gestaltung durch Drahten und Biegen ist gut möglich und obwohl die Lärche hartes, relativ schweres Holz entwickelt, bleibt die Möglichkeit der Biegsamkeit oft über mehrere Jahre erhalten was viele Optionen eröffnet. Die japanische Lärche neigt zu einer stärkeren Verzweigung und ebenso zu dichterer Benadelung als die heimische Art, allerdings dauert es hier etwas länger bis erste Reifungsspuren zu sehen sind. Grundsätzlich ist die Lärche recht schnittverträglich, so dass auch ein Aufbau und die Gestaltung durch stärkere Schnitte möglich ist, zumindest wenn der Baum noch jünger ist, ältere Exemplare treiben kaum noch aus dem alten Holz neu aus.

Da die Lärche über festes und recht witterungsbeständiges Holz verfügt, ist auch die Gestaltung von Jin- und Shari-Partien (künstliche oder natürliche Totholzbereiche) gut möglich und erweitert die Gestaltungsoptionen zusätzlich.

Hinweis: Trotz der allgemein relativ guten Frosthärte reagiert die japanische Lärche, wie ihre europäische Schwester, empfindlich auf starke Biegungen und grundlegender Gestaltungen sofern diese bald danach tiefen Frösten ausgesetzt werden. Es ist daher besser innerhalb der Vegetationsphase zu drahten und zu biegen so dass der Baum sich noch lange vor Wintereinbruch an die Situation anpassen kann. Ebenso ist zu beachten, dass nach dem Umtopfen im zeitigen Frühling mit stärkerem Wurzelschnitt die Frosttoleranz drastisch sinkt, auch wenn dies, sobald die Knospen erste Grüntöne zeigen, der allgemein für Lärchen empfohlene Zeitpunkt zum Umpflanzen ist, also oft schon im März: Die Bäume sollten nach dem Umtopfen unbedingt vor Frost geschützt werden, hier relativiert sich also vorübergehend die Frosttoleranz recht deutlich.

Prädikat: Die robuste japanische Lärche gehört kultivierungs- und gestaltungstechnisch zu den besonders gut für Bonsai geeigneten Arten in Deutschland, diese Art zeigt sich geradezu optimal anpassungsfähig sofern kein Lichtmangel vorliegt, die Bäume bleiben auch in der Bonsaischale ausreichend wüchsig und zeigen kaum irgendwelche Krankheitsanfälligkeiten oder stärkeren Schädlingsbefall. Lärchen sind als attraktive Yamadori verfügbar, ebenso in Form von vorgestalteten Feldanzuchten, es lohnt sich nach Beidem Ausschau zu halten. Ebenso ist für geduldige Gärtner eine Anzucht aus Jungpflanzen und eigenen Aussaaten durchaus empfehlenswert, denn bereits ab einem Alter von 10-15 Jahren zeigen sich erste Reifespuren und leichte Borkenbildung, also Eigenschaften welche die eigene Anzucht, zumindest für Shohin-Formate und knapp mittlere Grössen, durchaus interessant machen. Die japanische Lärche zeigt, gegenüber der heimischen Lärche, einen etwas später sich entwickelnden Altersausdruck wobei aber auch hier Blüten und Zapfen schon vor dem 10. Geburtstag erscheinen können.

Ende des redaktionellen Teils