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Redaktioneller,
privater Inhalt:
Die Satsuki-Azalee:
(Rhododendron indicum und Hybriden)
Steckbrief
der Satsuki-Azaleen: Die Satsuki-Azalee basiert auf der
ursprünglich aus dem Himalaya stammenden Azaleen-Naturform
Rhododendrum indicum und wurde dann in Japan durch Einkreuzungen
sowie Selektionen und Kreuzungen über Jahrhunderte zu den heutigen Formen
entwickelt. Man spricht von über 3000 in Japan registrierten
Satsuki-Sorten, was sicher auch als ein Hinweis auf die große
Beliebtheit dieser wunderschönen Blüh- und Bonsai-Pflanzen zu
werten ist und dies heute nicht mehr nur in Japan.
Die
Blüten zeigen eine immense Variationsbreite, neben kleinen, oft
mehrfarbigen Blütenformen, existieren auch grössere
spinnenförmige,
gefüllte sowie geradezu filigrane Formen, diese ebenso in grosser
Farbenvielfalt der einzelnen Sorten. Hinzu kommt oft eine gewisse
genetische Streuung innerhalb ein und derselben Pflanze, was der langen
Reihe von Kreuzungen geschuldet ist und sich durch einzelne
andersfarbige Blüten und Formen bemerkbar macht, diese müssen
immer wieder an der Zweigbasis entfernt werden sofern Form und Farbe
nicht den gewünschten Sorteneigenschaften entsprechen.
Die eigentlich strauchförmig wachsende,
basaldominante Art lässt sich gut gestalten und ist leicht zu
üppiger Blüte zu bringen, diese Azaleenform zeigt sich zudem sehr
langlebig, in Japan sind einige über hundertjährige Exemplare in
Bonsaikultur bekannt, was sicher zusätzlich zur Eignung als Bonsai
beigetragen hat. Der Name Satsuki bezieht sich übrigens auf den
„fünften Monat“ des alten japanischen / chinesischen Mondkalenders
und bezeichnet die Hauptblütezeit die dem fünften Mond-Monat nach
dem chinesischen Neujahr entspricht, also in etwa die Zeit von Ende
Mai bis gegen Ende Juni des gregorianischen Kalenders.
Kultivierung der Satsuki-Azalee als Bonsai:
Standort: Entgegen der landläufigen Ansicht,
dass Azaleen Pflanzen für schattigere Standorte dankbar sind, sei
hier gesagt: Die Satsuki-Azaleen sind tatsächlich wahre
Sonnenkinder, ein sehr heller-sonniger Standort führt zu kompaktem
Wuchs, guter Holzausbildung, allgemeiner Robustheit und
überreichlicher Blütenknospenbildung für das folgende Jahr. Ich
konnte selbst bei Temperaturen von knapp 40°C am vollsonnigen
Standort keinerlei Laubaufhellungen oder gar Verbrennungen
beobachten, selbst dann nicht wenn mittags das Laub übergossen
wurde! Die „Schattenseite“ des vollsonnigen Standorts ist
natürlich, dass an heißen Tagen zweimalig gründlich(!) gewässert
werden muss und wenn diese Möglichkeit nicht besteht, sollte dann in
der kritischen Sommerphase über Mittag doch lieber schattiert
werden, sofern ab Mitte August, mit Abschluss der heißesten
Jahreszeit, die Pflanzen ganztags wieder möglichst sonnig gestellt
werden können.
Die Überwinterung der Satsukis muss
dann, sobald Fröste unter -5° C bevorstehen, in einem geschützen
Raum, z. B. einer Laube oder unbeheiztem Gewächshaus erfolgen wobei
die Pflanzen etwas Tageslicht erhalten sollten. Unter Frosteinwirkung
werfen die Satsukis den überwiegenden Teil ihres Laubes ab, bei
temperiertem Stand zeigen sich die Pflanzen halb-immergrün wobei die
kalte Überwinterung in Deutschland meines Erachtens als optimal
angesehen werden kann da die Pflanzen nicht zum frühzeitigen
Austrieb unter ungenügenden Lichtverhältnissen angeregt werden. In
Deutschland vermehrte Pflanzen, auch Jungpflanzen, vertragen im
Kalthaus durchaus Temperaturen von bis zu -10°C, sogar bei wochenlang
durchfrorenem Wurzelballen. Diese Angaben weichen zwar stark von so
manchen Empfehlungen der klassischen Literatur ab, ich gebe aber zu
bedenken, dass für in Japan unter subtropischen Bedingungen
aufgezogene Pflanzen vermutlich andere Bedingungen gelten, hierzu
liegen mir keine Erfahrungswerte über deren Einkultivierung vor, die
vorangegangen Erfahrungen beziehen sich also ausschließlich auf
deutsche bzw. mitteleuropäische Vermehrungen.
Die kalt überwinterten
Pflanzen können frühzeitig wieder ins Freie verbracht werden sobald
der Vorfrühling vorangeschritten ist und Temperaturen von deutlich
unter -5° C nicht mehr zu erwarten sind und sofern die Pflanzen noch
nicht ausgetrieben haben. Die Spätfrostgefährdung hält sich unter
diesen Bedingen in engen Grenzen, bei unerwartet scharfen Spätfrösten
müssen die Pflanzen dann aber vorübergehend geschützt werden, der
Überwurf eines Frostvlieses hat sich bei mir bewährt und macht
nicht allzuviel Mühe.
Anmerkung: Im April 2022 hatte ich einige
bereits wieder im Freien aufgestellte Jungpflanzen abzudecken
vergessen und musste mit Schrecken einen nächtlichen
Temperaturausschlag von -6,7° C registrieren: Die Pflanzen hatten
zuvor dank milder Witterung bereits ihren neuen Austrieb gestartet und
zeigten in den Folgetagen hieran frostbedingte rötliche Verfärbungen
mit teilweisem Abwurf um dann allerdings munter
weiterzuwachsen und ohne irgendwelche Folgeschäden zu zeigen. Ich
möchte zwar diesen unfreiwilligen Versuch nicht wiederholen, bin
aber bis heute über die Spätfrostresistenz sehr erstaunt und habe
es mir abgewöhnt, fortan nicht mehr bei jedem noch so geringen
Spätfrostereignis mit dem Vlies zu wedeln...
Während der Blüte ist noch zu
beachten, daß die Pflanzen vor Dauerregen geschützt werden sollten
da anhaltende Nässe, insbesondere über Nacht, die Blüten schnell
fleckig werden lässt. Sollten die Blüten jedoch durch das Gießen
oder durch einen kurzen Schauer vorübergehend feucht werden, schadet
dies jedoch nicht, sofern nach etwa zwei Stunden alles wieder
abgetrocknet ist.
Substrat: Generell benötigt die Satsuki-Azalee
-wie andere Azaleen und Moorbeetpflanzen- ein kalkarmes, leicht
saures Substrat mit einem PH-Wert zwischen 4,1 – 5,5. In Japan hat sich daher die Verwendung eines körnigen,
mineralischen Substrats vulkanischen Ursprungs, benannt nach der
Region Kanuma, durchgesetzt. Dieses Substrat bewegt sich um eine
PH-Wert von gut 5,5 und somit an der oberen Grenze des Optimums der
Azaleen-Kultivierung, dies hat den Vorteil, dass größere
PH-Wert-Schwankungen sowie Säurestürze verhindert werden wenn ausschliesslich mit Regenwasser gegossen wird. Meist
wird diesem Kanuma-Substrat etwas Torf zugesetzt um eine gewisse
humose Wirkung zu erzielen und den PH-Wert zusätzlich noch etwas
niedriger, etwa PH5 einzustellen. Die Entdeckung von Kanuma als
„ideales“ Azaleen-Substrat, dies insbesondere auch für ältere,
reifere Pflanzen, hat seinerzeit in Japan zu einem Boom der
Satsuki-Kultivierung geführt der bis in die Gegenwart anhält.
Ich
habe auch in Deutschland mit diesem Substrat beste Erfahrungen
gemacht, denn die relative Beständigkeit über mehrere Jahre hinweg
kann auch hierzulande sehr überzeugen. Allerdings kann auch
Kanuma zu Ballentrockenheit führen, wenn in der Hauptwachstumszeit
längere Trockenperioden auftreten und nicht immer ganz korrekt
gewässert wurde: In diesem Fall muss dann durch Tauchen der gesamten
Schale die Durchfeuchtung wiederhergestellt werden, allerdings
funktioniert dies meist innerhalb weniger Minuten sehr zuverlässig
und unkompliziert, was ein weiterer Vorteil gegenüber überwiegend
torfhaltigem Substrat ist, denn dieses lässt sich wesentlich
schwieriger rückvernässen falls es einmal kritisch austrocknet sein
sollte und führt umgekehrt, sobald eine Rottung und Verdichtung nach
etwa einem Kultivierungsjahr einsetzt, zu Staunässe, falls eine
längere Regenphase bestehen sollte, ein Umstand der bei der
Verwendung von Kanuma durch die stabile, körnige Struktur nicht zu
befürchten ist.
Anmerkung: Mittlerweile gibt es auch
aus europäischer Herstellung mineralische Substrate mit höherem
Huminsäuregehalt, PH-Wert analog zu Kanuma, hierzu liegen mir aber
noch keine praktischen Erfahrungen vor.
Wässern: Die Satsuki-Azalee
benötigt weiches Wasser mit einem PH-Wert von unter 6, wie bereits
im vorangegangenen Abschnitt angemerkt. Optimal geeignet ist
Regenwasser, aber auch weiches Leitungswasser, aber Vorsicht: Auch
weiches Leitungswasser kann einen hohen PH-Wert aufweisen, dies
geschieht durch chemische Aufbereitung im Wasserwerk zum Schutz der
Wasserleitungen. Hier ist also vorab eine Messung und ggf. eine
Korrektur des PH-Werts notwendig.
Fazit:
Geeignetes, somit schwach
saures Substrat in Verbindung mit weichem Gießwasser und
optimalem
PH-Wert, stellt die wichtigste Voraussetzung für die dauerhafte
Azaleen-Kultivierung dar und es ist unter Beachtung dieser Parameter
recht einfach diese Pflanzenart erfolgreich zu kultivieren! Werden
diese Voraussetzungen erfüllt, zeigen sich diese Pflanzen sogar
ausgesprochen robust und erfahrungsgemäß kaum anfällig
für Krankheiten
und Schädlingsbefall.
Umtopfen:
Das Umtopfen mit Wurzelschnitt kann sowohl im zeitigen Frühling, kurz
vor Austrieb, als auch im Frühsommer, direkt nach der Blüte erfolgen.
Der Zeitpunkt Frühsommer hat den Vorteil, dass keine Spätfrostgefahr
mehr besteht, allerdings muss dann mit einem zurückhaltenderen Zuwachs
gerechnet werden, hier dem späten Wurzelschnitt geschuldet. Der
Zeitpunkt im zeitigen Frühjahr, etwa Ende März, hat den Vorteil, dass
die Pflanzen zum Hauptaustrieb nach der Blüte wieder voll bewurzelt
sind, es ist auch zu beobachten, dass meist keine größere
Beeinträchtigung der Blühfreudigkeit, in Folge des vorangegangenen
Topfens, besteht. Allerdings sind die Pflanzen im zeitigen Frühling
nach dem Topfen spätfrostgefärdet, der zusätzliche Schutz oder die
Aufstellung im sehr hellen Kalthaus ist hier obligat.
Düngung: Es eignen sich -unter
Beachtung der o. g. Parameter- alle gängigen organischen
Bonsai-Volldünger sowie auch preiswerte organische Varianten aus dem
Gartenfachhandel, die gelegentliche Gabe von flüssigem organischem
Volldünger ist vorteilhaft und besonders bei sehr trockener
Witterung hilfreich wenn Festdünger nicht mehr vollständig
umgesetzt werden. Eine Versorgung mit speziellen Azaleen-Düngern ist
nicht unbedingt erforderlich, schadet aber auch nicht.
Es ist zu beachten, dass
Satsuki-Azaleen kurz vor und während der Blütezeit nicht gedüngt
werden sollten da hier weniger haltbare, weiche Blüten entstehen die
zudem dann nicht immer die optimale Farbgebung zeigen. Eine leichte
organische Düngung zu Beginn der Wachstumsphase, etwa Ende März,
wird zu Blühbeginn Ende Mai bereits aufgezehrt sein und versorgt die
frischen Triebspitzen. Nach der Blüte im Juni kann dann eine
mittelstarke Dosis für die folgenden 2 Monate verabreicht werden, im
August sollte dann eine kräftigere Menge verabreicht werden um die
Pflanzen für den Winter zu stärken und um einen optimalen
Holzaufbau sowie die Blütenknospenbildung für das kommende Jahr zu
unterstützen. In der Winterruhe braucht naturgemäss nicht gedüngt
zu werden, besonders wenn recht kalt überwintert wird und die
Pflanzen den Großteil ihrer Belaubung abgeworfen haben.
Schädlinge und Krankheiten: Die
als grundsätzlich als robust zu bezeichnenden Satzuki-Azaleen können
gelegentlich von Dickmaulrüsslern befallen werden, ein Phänomen das
bei mir allerdings noch nie aufgetreten ist. Auch die Schneckenplage
des Jahres 2024 ging fast spurlos an den Pflanzen vorbei, obwohl
diese nicht besonders geschützt gegen Schneckenfraß aufgestellt
wurden. Die bei mir relativ zahlreichen Satsukis wurden bislang, über
viele Jahre, noch nie von irgendwelchen Krankheiten oder Infektionen
befallen, ich kann hierzu also keine konkreten Tipps geben, bin aber
auch nicht besonders böse darüber. Insgesamt möchte ich den
Satsukis bislang das Prädikat „sehr erfreulich“ verleihen, was
ich von so manchen heimischen -und angeblich so robusten Arten- nicht
immer behaupten kann.
Gestaltung: Die Satsuki-Azalee
ist für die meisten klassischen Bonsai-Stilformen geeignet,
lediglich stark überhängende Formen wie die Vollkaskade und Bunjin
mit stark abfallenden Ästen sind weniger zu empfehlen.
Schneiden: Grundsätzlich ist zu
beachten, dass Azaleen eine basaldominante, somit eigentlich
strauchförmige Wuchsform zu eigen haben, d. h. dass der untere
Bereich des Baumes stark zur Ausbildung von Basaltrieben neigt
während der Spitzenbereich sehr viel schwachwüchsiger ausgeprägt
ist. Das hat aber auch den sehr positiven Effekt dass die Stammbasis
schnell verdickt, ebenso die unteren Äste, was der in der
Bonsaigestaltung sehr angestrebten positiven Stammverjüngung bei
gleichzeitig von dick nach dünn aufsteigenden Ästen sehr entgegen
kommt. Da also der Spitzenbereich, insbesondere bei grösseren
Pflanzen, schwächer ausgeprägt ist, sollten hier bei starken
allgemeinen Gestaltungsschnitten immer ausreichend Grünmasse und
Knospen erhalten bleiben um den Saftrückzug im oberen Bereich zu
vermeiden. Dieser Saftrückzug ist ein gefürchtetes Phänomen bei
Azaleen, kann aber durch diese Massnahme gut vermieden werden, ebenso
sollten aus dem gleichen Grund vollständig zu entfernende Äste am
Stamm bündig „auf Astring“ geschnitten werden, also niemals
konkav und grundsätzlich mit Wundversiegelung. Allgemein zeigen
Satsukis, bei angemessener Nachsorge, ein gutes Wundheilungsverhalten
zumal die später vollständig überwallten alten Schnittstellen sehr
attraktiv aussehen und alten Bäumen ein geradezu charakteristisch
„knorriges“ Aussehen verleihen.
Da die Satsuki-Azalee zur Bildung
zahlreicher Neutriebe neigt, hier besonders im unteren Stammbereich
sowie etwas eigeschränkter auch im mittleren Bereich, können
verlorene oder fehlende Äste meist neu aufgebaut werden, dies als
ein weiterer Vorteil dieser Spezies. Im Rahmen einer allgemeinen
Überarbeitung können dann immer wieder die überzähligen Neutriebe
zu Gunsten der erwünschten Bereiche herausgeschnitten werden.
Als der beste Zeitpunkt
für die
Schnittmassnahmen an Zweigen und Ästen hat sich bei mir die Zeit
unmittelbar nach der Blüte herausgestellt da die Schnittstellen,
anders als bei den oft empfohlenen Schnitten im zeitigen Frühjahr,
keinen Frösten ausgesetzt werden was in unserem Klima eindeutig
die
bessere Wahl ist um frostbedingte Rücktrocknungen zu vermeiden.
Lediglich die noch jungen Wildtriebe an der Basis des Stammes
können bereits im Frühjahr gefahrlos entfernt werden. Zudem
können zu diesem Zeitpunkt nach der Blüte evtl.
unerwünschte Blütenformen besser erkannt und diese Zweige
selektiv entfernt werden.
Drahten: Das Drahten der
Satsukis stellt eine echte Herausforderung dar falls der beste
Zeitpunkt hierfür nicht bekannt sein sollte. Ich möchte hier aus
meiner Erfahrung gerne Abhilfe schaffen: Negativ 1.: Während der
Winterruhe im frostigen Quartier zeigen sich die Pflanzen
ausgesprochen spröde und bruchempfindlich, dieses Phänomen ist
derart ausgeprägt dass ich hier nur sagen kann: Finger weg!
Negativ 2.: In der anschliessend
beginnenden Wachstumsphase löst sich nun zwar diese Starre, leider
wird aber auch die Rinde sehr instabil und kann schon beim Drahten,
ohne überhaupt zu biegen, bereits geschädigt und regelrecht
„weggedrückt“ werden, auch hier gilt: Finger weg, es macht keine
Freude!
Negativ 3.: Sobald sich nach der
Blütezeit die Rinde wieder etwas verfestigt hat und zugleich ein
hohes Maß an Geschmeidigkeit des Holzes vorliegt, wäre das Drahten
technisch gut möglich, leider beginnt nun aber auch die
Hauptwachstumszeit mit dem Malus des rasant einwachsenden Drahtes in
die Rinde: Immer noch die Finger weglassen ist der beste Rat!
Erst die Zeit während der ersten
Augusthälfte zeigt sich als wirklich geeigneter Zeitpunkt für das
Drahten und das Gestalten durch Biegen: Die Rinde ist nun gut
verfestigt und das Holz immer noch verhälnismässig gut geschmeidig
und biegsam, zudem ist der erste Wachstumsschub bereits erfolgt, so
dass nun die Drähte nicht mehr ganz so schnell einwachsen. Das heißt
natürlich nicht, dass bedenkenlos gebogen werden kann, auch hier
gilt die allgemein für Azaleen empfohlene Vorsicht. Nach spätestens
6 Wochen muss auch hier der Draht auf Abdrücke überprüft werden,
besonders bei feucht-warmem Witterungsverlauf, erfahrungsgemäss
geschieht das Einwachsen aber erst etwas später und die Zeitspanne
von etwa 2 Monaten ist für den Baum ausreichend um die
beabsichtigten Biegungen, zumindest am jüngeren Holz auch nach dem
Entdrahten halten zu können. Die auch hier nicht ganz zu
vermeidenden leichten Drahtspuren nivellieren sich jedoch im noch
weichen Holz bis zum Winter oft erstaunlich gut und sind dann am Ende
der folgenden Vegetationsphase meist endgültig verschwunden. Sollten
nach dem Entdrahten die Biegungen doch noch nicht stabil sein, kann
dann bei Bedarf neu gedrahtet werden um den neu angelegten Draht dann
bis zum Winter am Baum zu belassen, bei älteren Ästen ggf. auch
über Winter, hier jedoch bitte beachten, dass der Draht im Frühling
mittels Drahtzange abgeknipst wird um die dann wieder labil gewordene
Rinde nicht zu schädigen.
Tipp: In Japan werden die Satsuki-Azaleen häufig in
Feldkultur zur massiven Verdickung des Stammes aufgezogen, dies ist
jedoch in Deutschland, aus klimatischen Gründen, kaum möglich. Die
in reiner Topfkultur in unserem Klima gestalteten Pflanzen werden
sich sehr viel langsamer verdicken und es würde unter diesen
Umständen Jahrzehnte dauern um ein ähnlich „monströses“
Ergebnis wie bei den japanische Pendants zu erzielen. Wer auf junge,
preiswerte europäische Vermehrungen zurückgreifen möchte, sollte
sich besser mit schlanken, aber eleganten Formen anfreunden, denn
auch diese feingliedrigen Satsukis mit entsprechen sorgsam geformten
Stammlinien und attraktiver Astverteilung können ästhetisch sehr
überzeugen und müssen den „massiven“ Formen nicht unbedingt
nachstehend angesehen werden zumal auch in Japan diese schlanken,
verfeinerten Formen durchaus geschätzt werden.
Prädikat: Die Satsuki-Azaleen
stellen in ihrer Vielfalt an höchst attraktiven Blütenformen eine
der empfehlenswertesten Arten zur Bonsaigestaltung in Mitteleuropa
dar. Auch ausserhalb der Blütezeit überzeugt diese Spezies durch
ihre reizvolle Formenvielfalt und reife Exemplare werden auch
ausserhalb der Blütezeit gerne ausgestellt. Werden die grundlegenden
Kultivierungsmassnahmen beachtet kann man sogar von einer besonders
empfehlenswerten Pflanzengruppe sprechen der auch in Europa eine
grosse Zukunft prognostiziert werden darf.
Ende des redaktionellen Teils
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