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Redaktioneller,
privater Inhalt:
Die
Schlehe
/ Schwarzdorn
(Prunus spinosa):
Steckbrief
der Schlehe: Die Schlehe ist ein
in Deutschland und
Europa weit verbreitetes heimisches Gehölz das
charakteristisch im
zeitigen Frühling von einem weissen Blütenflor
überhaucht ist und
zu diesem Zeitpunkt im März weite Teile der Landschaft
prägt, im
Herbst zeigen sich dann die oft zahlreichen pflaumenfarbigen, gut
erbsengrossen Früchte. Die Borke zeigt recht
frühzeitig eine
fast schwarze Färbung, was diesen tiefen Gebüschen
zusätzliche besondere Note verleiht.
Die Schlehe gilt als
Pioniergehölz das
sehr helle, dafür aber wenig fruchtbare, oft steinige
Standorte besiedelt.
Auffallend ist die strauchförmige, vielstämmige
Wuchsform durch
Ausläuferbildung die oft mit der Zeit ein nahezu
undurchdringliches
Dickicht entstehen lässt, das zusätzlich durch die
Bedornung der
Schlehe geschützt ist und ein herausragendes
Vogel-Nistgehölz darstellt.
Zudem gilt die
Schlehe als eine der
Urformen der Kulturpflaume wobei die dunkel-pflaumenfarbigen, kleinen
Früchte der hier beschriebenen Naturform allerdings recht
sauer
sind. In der Bonsaiform kommen diese "Miniaturpflaumen" besonders gut
zur Geltung.
Die Schlehe, Kultivierung und Gestaltung als
Bonsai:
Standort:
Die Schlehe benötigt
einen sehr hellen, möglichst sonnigen Standort
ganzjährig im
Freien.
Tipp:
Zur recht sicheren Bestäubung und Fruchtbildung den Baum
während der Blüte in der Nähe einer anderen,
möglichst nicht genetisch identischen Schlehe zu platzieren,
hat
sich bewährt.
Überwinterung:
Bei mir überwintern
die Schlehen direkt auf den Boden gestellt an einem
windgeschützten
Platz, es sind im Laufe von 10 Jahren noch nie Frostschäden
aufgetreten.
Substrat:
Als Substrat bietet
sich ein mineralisches Gemisch aus z. B. Lavagranulat und Akadama an,
auch reines Blähtongranulat wird gut vertragen, ein humoser
Zuschlag
ist nicht unbedingt erforderlich.
Das Umtopfen kann am
Besten im zeitigen
Frühjahr direkt nach der Blüte, kurz vor Austrieb
erfolgen.
Wurzelschnitte werden recht gut vertragen, jedoch sollte nach starken
Eingriffen der Baum geschützt halbschattig und frostfrei
aufgestellt
werden bis wieder frisches Wachstum ersichtlich ist.
Düngung:
Es eignen sich
durchaus -unter Verwendung von überwiegend mineralischem
Substrat-
praktisch alle gängigen organischen Bonsaidünger,
ebenso preiswerte
organische Volldünger aus dem Gartenfachhandel, wobei die
Bedarfsmenge eher als mittelmässig zu bezeichnen ist.
Wässern:
Die Schlehe hat einen
mittleren Wasserbedarf, kann auch die ein oder andere trockenere
Phase überstehen sofern dauerhafte Ballentrockenheit vermieden
wird.
Schädlinge
/ Krankheiten: Es
sind bei mir noch nie Krankheiten oder Ungezieferbefall an Schlehen
aufgetreten, ich kann hierzu keine praktischen Hinweise geben,
außer
dem Hinweis auf die Robustheit dieser Art.
Gestaltung:
Die
Gestaltung durch drahten und biegen ist nicht immer ganz einfach da
die Schlehe sehr zähes Holz hat, es ist daher besser,
möglichst nur
durch Schnitttechniken oder mittels Spanndrähten zu formen
wobei
jüngeres oder im Neuaufbau befindliches Material hier noch
einige
Spielräume zeigt.
Prädikat:
Die robuste Schlehe
gehört kultivierungstechnisch zu den besonders gut
für Bonsaizwecke
geeigneten Arten in Deutschland und Mitteleuropa, diese Art zeigt
sich geradezu optimal anpassungsfähig, sofern der Standort
hell genug ist, bleibt auch in der
Bonsaischale ausreichend wüchsig und zeigt kaum
Krankheitsanfälligkeiten oder Schädlingsbefall. Da
diese Art nicht
immer ganz einfach zu gestalten ist, bietet sich eine
naturalistische, mehrstämmige Gestaltung an zumal Exemplare
mit
einzelnem, dickem Stamm recht selten sind. Leider ist gutes
Ausgangsmaterial nur gelegentlich erhältlich da die Schlehe
sehr
schwer zu bergen ist was durch die extreme Verwurzelung der
Ausläufer
bedingt ist. Darüber hinaus verzweigen sich die
Stämme oft erst
ungefähr auf Brusthöhe, bedingt durch den sehr
dichten Stand der
Ausläufer zueinander, d. H. Es bleibt nach der Bergung nur ein
mehrtriebiger unscheinbarer Ansatz übrig der erst
neu
aufgebaut
werden muss, aber man kann sagen: Die Mühe lohnt sich!
Ende des redaktionellen Teils
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